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Wegen Regeltreue bestraft

Prosper-Hospital in Recklinghausen

Wegen Regeltreue bestraft

19.02.2021

Intensivpflegeschwester Kristin Zuber wurde strafversetzt, weil sie sich an die amtlichen Empfehlungen für Pausen beim Tragen von FFP2-Masken halten will.

In jeder Rede betont Kanzlerin Merkel, dass Corona nur durch gemeinsame Anstrengungen bekämpft werden kann. Die Geschäftsführung des Proselis Stiftungsklinikum scheint das noch nicht vernommen zu haben. Zu diesem Schluss muss kommen, wer weiß, was der Intensivpflegekraft Kristin Zuber am Prosper-Hospital in Recklinghausen widerfahren ist.

Seit etlichen Jahren versieht Kristin Zuber ihren Dienst auf der dortigen Intensivstation, korrekt, engagiert und allseits geschätzt. Korrekt wollte sie auch beim Umgang mit den FFP2-Masken sein, die die Beschäftigten dort zu ihrem eigenen Schutz und dem der Patienten in der Corona-Pandemie tragen. Sie bestand deshalb auf Einhaltung der amtlicherseits angeratenen Masken-Pausen - damit das Personal die Arbeit unter der Maske bis zum Schichtende auch durchhält. 75 Minuten Arbeiten unter Maskenschutz, dann 30 Minuten Maskenpause: So lautet die vom Robert-Koch-Institut unterstützte Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Wobei Maskenpause nicht heißt: Beine hoch und Kaffeetrinken. Sondern Verrichtung einer Arbeit, bei der Maskenpflicht nicht besteht, weil sich riskanter Kontakt mit Kollegen oder Patienten vermeiden lässt.

So weit, so klar. Nicht aber für die Leitung im Prosper-Hospital. Statt sich mit der Kollegin zu beraten, wie die Maskenpausen sinnvoll umgesetzt und insbesondere in die Dienstpläne integriert werden können, hat sie Kristin Zuber im November letzten Jahres auf einen Arbeitsplatz an der Krankenhausperipherie versetzt. Strafversetzt, wie Kristin Zuber annehmen muss.

Doppelter Skandal

Marion Schäfer, Gewerkschaftssekretärin beim ver.di-Bezirk Mittleres Ruhrgebiet, kann da nur von einem doppelten Skandal sprechen. Wegen einer eklatanten Missachtung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, aber auch, „weil es absurd ist, eine bewährte Intensiv-
pflegekraft nicht auf der Intensivstation einzusetzen, obwohl doch gerade in der Pandemie Fachkräfte der Intensivpflege händeringend gesucht werden.“

Am kommenden Dienstag (23. Februar) wird der Fall vor dem Arbeitsgericht Herne verhandelt. Denn Kristin Zuber hat gegen ihre Versetzung geklagt. Dass sie den vollen Schutz ihrer Gewerkschaft hat, ist selbstverständlich. Und auch an Solidarität aus dem Gesundheitswesen der Region fehlt es nicht. Das werden einige Kolleginnen und Kollegen vom Kristin Zuber ca. eine halbe Stunde vor Pro- zessbeginn (08:30 Uhr) vor dem Gerichtsgebäude deutlich machen.

Für Rückfragen: Marion Schäfer, ver.di Mittleres Ruhrgebiet 0160 – 923 966 46

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