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Auf in die zweite Runde – Klage gegen Zwangsversetzung wegen …

Auf in die zweite Runde – Klage gegen Zwangsversetzung wegen Anspruch auf Tragepausen von FFP2-Masken

04.05.2021

Intensivpflegeschwester Kristin Zuber wurde strafversetzt, weil sie sich an die amtlichen Empfehlungen für Pausen beim Tragen von FFP2-Masken halten will. Bereits seit November 2020 wird die Strafversetzung vollzogen. Seitdem kämpft die Beschäftigte für ihre Rückkehr auf die Intensivstation des katholischen Prosper Hospitals in Recklinghausen.

Nachweislich belastet die Schutzausrüstung das Personal zusätzlich, genau deshalb bestand sie auf die Einhaltung der amtlicherseits angeratenen Masken-Pausen - damit das Personal die Arbeit unter der Maske bis zum Schichtende auch durchhält. 75 Minuten Arbeiten unter Maskenschutz, dann 30 Minuten Maskenpause: So lautet die vom Robert-Koch-Institut unterstützte Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. In der Tragepausenzeit können Arbeiten verrichtet werden, bei der die Maskenpflicht nicht besteht, weil sich riskanter Kontakt mit Kollegen oder Patienten vermeiden lässt.

Am 23. Februar hat der Gütetermin beim Arbeitsgericht in Herne nicht zu einer Einigung geführt. Der Arbeitgeber bemühte sich vor Gericht darzulegen, dass er Tragepausen von FFP2-Masken vorsehen würde, aber diese erst nach 120 Minuten eingerichtet werden können. Dennoch stimmte das Unternehmen einem Vergleichsvorschlag des Gerichts nicht zu, der es zur Einhaltung dieser selbst behaupteten Praxis verpflichtet hätte. „Mir bleiben also erhebliche Zweifel an der Aussage des Arbeitgebers, denn wenn Tragepausen eingerichtet bzw. vorgesehen wären, hätte Kristin diese ja gar nicht einfordern müssen.“, kritisiert Marion Schäfer, Gewerkschaftssekretärin im ver.di-Be-zirk Mittleres Ruhrgebiet. „Wegen einer eklatanten Missachtung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, aber auch, weil es absurd ist, eine bewährte Pflegekraft nicht auf der Intensivstation einzusetzen, obwohl doch gerade in der Pandemie alle Pflegekräfte gebraucht und gesucht werden. Zudem kann es nicht sein, dass eine Gewerkschafterin wegen des Einsatzes für besser Arbeitsbedingungen gemaßregelt wird.“

Am kommenden Donnertag (6.5.2021) wird der Fall vor dem Arbeitsgericht Herne, nun im Rahmen eines Kammertermins erneut verhandelt. Denn Kristin Zuber hat sich mutig entschieden, weiter gegen die Strafversetzung vorzugehen und sich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht absprechen zu lassen.
Dass sie den vollen Schutz ihrer Gewerkschaft hat, ist selbstverständlich. Und auch an Solidarität aus dem Gesundheitswesen der Region fehlt es nicht. Das werden einige Kolleginnen und Kollegen vom Kristin Zuber ca. eine halbe Stunde vor Prozessbeginn (10:15 Uhr) vor dem Gerichtsgebäude deutlich machen.

Für Ruückfragen: Marion Schäfer, ver.di Mittleres Ruhrgebiet 0160 – 923 966 46
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